Sarah Philipp bei Detmolder SPD

von Celina Lamm

Es ging um Pickert und Respekt

Detmold. Lag es am lippischen Pickert, am Thema oder am Gast? Jedenfalls waren mehr als 70 Interessierte der Einladung der Detmolder SPD ins das evangelische Gemeindehaus an der Karolinenstraße gefolgt. Sie diskutierten mit der Landtagsabgeordneten Sarah Philipp über die Grundrente und das neue Sozialstaatskonzept der Sozialdemokraten.

Draußen backte Landtagsmitglied Dr. Dennis Maelzer Pickert im Akkord, drinnen freute sich SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sonja Wardecki über den regen Zuspruch. Die Themen Rente und soziale Absicherung bewegen offensichtlich die Menschen. Das weiß auch Sarah Philipp. Die Duisburgerin ist Parlamentarische Geschäftsführerin und hat somit nach dem Fraktionsvorsitzenden die zweithöchste Position der SPD-Landtagsfraktion inne: „Mich sprechen die Menschen in den vergangenen Wochen ständig auf die Grundrente an. Hier hat die SPD ein wichtiges Thema gesetzt“, ist Philipp überzeugt. Etwa 4 Millionen Menschen mit kleinen Renten würden von den SPD-Plänen profitieren, Dreiviertel von ihnen Frauen. Eine Bedürftigkeitsprüfung lehnt Philipp ab. Es gehe darum, Rentner besser zu stellen, die mehr als 35 Jahre Rentenbeiträge geleistet haben: „Das ist eine Frage des Respekts“, meint die SPD-Politikerin.

Ins gleiche Horn stieß ihr Landtagskollege Dennis Maelzer: „Ich höre von der CDU immer nur Bedürftigkeitsprüfung, wenn es um die Lebensleistung von armen Rentnern geht. Wann will die CDU denn mal die Bedürftigkeit von Milliardären prüfen, für die sie den Soli abschaffen will?“ Die CDU-Forderung für die oberen 10 Prozent der Spitzenverdiener koste doppelt so viel wie die Pläne der SPD. Der Union fehle in Gerechtigkeitsfragen der Kompass.

Dem Publikum gefielen die Vorschläge. Allerdings wurde auch angemahnt, an Rentner zu denken, die knapp unter der Beitragszeit von 35 Jahren liegen. Wichtig sei es aber, dass die SPD bei ihren Plänen konsequent bleibe und sie nicht verwässern lassen solle.

Philipp berichtete zudem von den SPD-Vorschlägen für ein längeres Arbeitslosengeld und die Einführung einer Kindergrundsicherung und zog nach zwei Stunden ein positives Fazit: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Und der lippische Pickert hat der Duisburgerin ebenfalls geschmeckt.

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