SPD-Ratsfraktion besucht Ausstellung

von Ratsfraktion

100 Jahre Revolution im Landesmuseum

Gleich zu zwei Terminen besuchte die SPD-Ratsfraktion die Sonderausstellung „100 Jahre Revolution in Lippe“ im Landesmuseum. Durch die Ausstellung geführt wurden die Sozialdemokraten dabei von Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink und Julia Schafmeister, Kuratorin der Ausstellung. Die beiden erläuterten dabei nicht nur die einzelnen Exponate und Abschnitte der Ausstellung. Zur Sprache kam auch nach welchem Konzept diese selbst aufgebaut ist.

So wird der Besucher zunächst durch Informationstexte und Fotoaufnahmen der damaligen Zeit in den geschichtlichen Kontext versetzt. Detmold müsse man sich als damalige Residenzstadt vor Augen führen, die wesentlich auf das Fürstenhaus ausgerichtet ist. Alle Funktionen einer Hauptstadt seien vorhanden gewesen, wenn gleich auch in kleinerem Maßstab – angepasst auf die Verhältnisse des kleinen Fürstentums im deutschen Kaiserreich.

Die Revolution selbst sei daher auch spiegelbildlich zu den Ereignissen im damaligen Reich verlaufen. Allerdings gebe es durchaus lippische Besonderheiten. So seien die Akteure der Revolution hier vor Ort im Wesentlichen persönlich miteinander bekannt gewesen, was einen deutlich friedlichen Verlauf ausmachte. Gerade weil man sich kannte, schoss man auch nicht aufeinander, sondern arbeitete oft gemeinsam an einer Lösung. So bestand der örtliche Volksrat zwar vorwiegend aus Sozialdemokraten, nahm aber auch Mitglieder aus dem liberalen Bürgertum auf. Auch die soziale Herkunft der Revolutionäre war anders als in den Metropolen des Reiches. Da eine nennenswerte Industrie kaum vorhanden war, gab es unter den Revolutionären kaum Arbeiter. Stattdessen rekrutierten sie sich häufig aus dem Handwerkerstand.

Zwar ist ein Großteil der Ausstellung auf die Residenzstadt Detmold abgestellt, allerdings spielten die revolutionären Umbrüche durchaus in ganz Lippe eine Rolle. Besonders gut dokumentiert ist dies für Blomberg, weshalb diesem hier auch extra Raum geboten wird. Besonders freuten sie die Sozialdemokraten mit Klaus Brand, Ratsherr aus Remmighausen, einen Enkel der Blomberger Revolutionäre von damals in ihren Reihen zu haben.

Aufgaben der Volksräte war unter anderem die Integration der Kriegsheimkehrer und die Organisation der ersten demokratischen Wahlen. Ferner wurde mit dem nun ehemaligen lippischen Fürstenhaus ein Vertrag geschlossen, um privates Fürsten- und Landesvermögen zu trennen. Aus letzterem ging der lippische Landesverband hervor, der nun als Träger des Museums fungiert und somit die Ausstellung erst ermöglichte.

Geöffnet ist die Sonderausstellung noch bis zum 28. April 2019.

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